Pitches in Altweiss

mt_ignore:Pitches in AltweissSie gehören zum Alltag jeder Eventagentur. Wir hassen sie und wollen doch immer dabei sein. Es geht um  P-I-T-C-H-E-S, die mehr oder weniger seriösen Auswahlverfahren unserer Marktpartner, um die „richtige“ Agentur zu finden.

Natürlich ist es schwierig, die Stärken und Kompetenzen - also Dienstleistungen -  der unterschiedlichen Agenturen im Vorfeld zu vergleichen. Der Weg zur richtigen Entscheidung nimmt in unserer Branche jedoch manchmal skurrile Formen an.

Für diese Entwicklung sind übrigens nicht die potentiellen Kunden, sondern in erster Linie die Eventagenturen verantwortlich, die diese Vorgehensweise nicht nur unterstützen, sondern immer weiter forcieren. Es ist ein Wettrüsten im Gange und ein Ende ist nicht absehbar.

Also, was tun? Vielleicht halten wir einmal einen Moment inne, lassen die Gedanken schweifen und stellen uns vor, wir würden versuchen, auch andere Dienstleistungen auf diese Weise „einzukaufen“:

Ring- Ring (Das Telefon klingelt ganz altmodisch)

"Malermeisterbetrieb Steppmüller? "

"Guten Tag, hier Apostolou. Ich beabsichtige meine Wohnung anstreichen zu lassen. Ich möchte Sie zu einem Pitch einladen. Wann können Sie kommen?"

"Pisch? Sie meinen Kostenvoranschlag!?"

"Nein ... Pitch mit "t "ohne "s" in der Mitte. Da streichen Sie vorab kostenlos einen Teil der Wohnung, um Ihre Kompetenz in Sachen Altweiß unter Beweis zu stellen."

"Also ... Sie wollen, dass ich Ihnen ein Zimmer streiche? Umsonst?? Damit Sie beurteilen können, ob ich anstreichen kann? Hören Sie mal, ich bin eingetragener Meister, ich streiche seit 20 Jahren ..."

"Ja, deswegen habe ich mich auch entschieden, Sie zum Pitch einzuladen. Sie haben einen super Ruf in der Branche. Wissen Sie, mir - und vor allem meiner Partnerin - liegt die Qualität am Herzen. Außerdem möchten wir wissen, wie es so um Ihre Kreativität bestellt ist."

"Wie Kreativität? Soll ich die Wohnung nun weiß streichen oder was?"

"Na ja, Sie wissen schon, Ihr Strich und so. Der persönliche Stil ..."

"Das wird mit der Rolle gemacht. Inne Farbe rein, übers Abtropfgitter und auffe Tapete. Abrollen, Zack, Fertig! Das mach ich nun so seit 20 Jahren. Wie mein Vater davor und davor mein Großvater."

"Das weiß ich auch zu schätzen. Ich beobachte die Entwicklung Ihres Unternehmens schon lange und kenne viele Ihrer exzellenten Arbeiten"

"Dann wissen Sie doch, wie wir arbeiten"

"Ja und nein. Wissen Sie, jedes Zimmer ist anders, hat individuelle Bedürfnisse. Sie müssen wissen, dass ich mir seit 41 Jahren Wände anschaue. Glauben Sie mir, Ich weiß inzwischen genau, wann mir eine Wand gefällt und wann nicht. Das muss schon alles passen."

"Was muss passen? Die Farbe? Die bestimmen Sie doch?"

"Ja, ja, ja ... aber wir müssen uns ja auch etwas beschnuppern, prüfen, wie die Zusammenarbeit so läuft. Das muss ich schon in meiner eigenen Wohnung sehen."

"Wie jetzt Zusammenarbeit? Ich komme mit dem Gesellen und male die Wohnung, Sie schreiben einen Scheck. Fertig is."

"Da lassen Sie aber eine Menge aus. Ich erwarte einen Zwischencheck um die Richtung festzulegen. Dann müssen meine Bekannten und Freunde den fertigen Anstrich sehen. Kann sein, dass Sie dann noch mal ran müssen."

"Verstehe ich das richtig? Sie sagen ich soll altweiß malen, und wenn ich fertig bin, sagt Ihr Freund, rot wäre besser, so dass ich gratis noch mal alles in rot streichen darf ...?"

"Jetzt verstehen wir uns. Außerdem ist meine Partnerin sehr eigen. Wenn Sie für uns arbeiten, müssten Sie sich verpflichten für ein Jahr keine Wohnung in Hamburg-Eppendorf und vor allem keine in altweiß zu streichen. Wir hätten da schon gern etwas Exklusivität."

Klick... tut-tut-tut-tut

"Hallo...?"


P.S.  Dem ist ja nichts mehr hinzuzufügen, oder? Die Geschichte ist nicht von mir – aber dem mir unbekannten Verfasser dieser Zeilen gebührt meine größte Anerkennung!

 

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