War das jetzt ein Sommermärchen?

mt_ignore:War das jetzt ein SommermärchenWir haben es nun erlebt. Das „Sommermärchen“ 2011 namens FIFA Frauen-Weltmeisterschaft. Aber seid ihr der Meinung, dass die WM ihrem Spitznamen gerecht wurde? Ich bin da etwas skeptisch. Groß wurde sie ja angekündigt. Die ARD und das ZDF plakatierten siegessicher: „Jungs, wir rächen euch!“ und „3. Plätze sind was für Männer“. Und dann …

Normalerweise verfolge ich Frauenfußball nicht regelmäßig, schon gar nicht die ausländischen Mannschaften. Deshalb ist so eine WM immer eine gute Gelegenheit sich ein Bild von den anderen  Mannschaften zu machen. Ich muss sagen, dass ich oft positiv überrascht war vom Spiel der Damen. Präzise Flanken, schnelles, ballsicheres Spiel, Dribblings, Übersteiger und auch ein paar tolle Tore waren dabei.

Aber war das jetzt ein Sommermärchen?

Lasst uns das Thema mal ganz wissenschaftlich betrachten. Was sind denn die Faktoren eines „Sommermärchens“?

  • Begeisterte Fans in Massen
    Die Stadien waren überaschend voll. Aber es gab nur eine Fanmeile in Frankfurt. Die meisten Fans haben wahrscheinlich (wie ich) zu Hause vor dem Fernseher geschaut – was für die „gefühlte“ Stimmung im Land nicht unbedingt förderlich ist.

  • Die deutsche Mannschaft kommt mindestens ins Finale
    Obwohl sie als Top-Favorit gehandelt wurden und auch wirklich gut gespielt haben, hat es leider nicht geklappt. Wie bei den Männern 2006 haben sie „immerhin“ gegen den späteren Weltmeister verloren (ein kleiner Trost á la „Das kann einem ja mal passieren.“).

  • Sommerliches Wetter während des Turniers
    Schon alleine dieser Faktor wäre entscheidend – Wo war denn der Sommer bitte?

  • Ein friedliches Turnier ohne Ausschreitungen
    Die einzigen Ausschreitungen gab es vielleicht am Eisstand zwischen den Kindern. Ich habe von keinerlei Ausschreitungen gehört – irgendwie passt das auch nicht zum Frauenfußball.

  • Eine große Medienresonanz
    Das Medieninteresse war groß, die Zeitungen waren voll, internationale Presse vor Ort, ARD und ZDF haben live übertragen und die deutschen Damen sind die neuen Werbestars. Von dem Aspekt her hat alles gestimmt.

 

Die Wunderheilung der Erika   

Märchenhaft wurde es meiner Meinung nach aber nur einmal - im Viertelfinalspiel USA gegen Brasilien: „Die Wunderheilung von Erika“ könnte der Titel des Märchens heißen. Nach einem kleinen Rempler wartete die brasilianische Spielerin Erika einige Sekunden ab, um sich dann auf den Boden zu werfen und eine Verletzung vorzutäuschen. Manchmal brauchen Schmerzen halt ein wenig Zeit, bis sie ankommen … Die Sanitäter luden sie auf eine Trage, um sie abzutransportieren. Doch kaum waren die Sanitäter mit ihr vom Feld, öffnete Erika selbst die Gurte der Trage und hopste wieder aufs Spielfeld. Oh Wunder, sie ist wieder gesund! Als Belohnung für diese Show bekam sie immerhin die gelbe Karte (Was bei den Schiedsrichterleistungen der WM ja nicht unbedingt selbstverständlich war – aber darüber ließe sich ein ganz eigener Blog-Artikel schreiben).

Fifa WM 2006 Fanfest Hamburg   

Ich glaube da sind wir uns einig. So ein Sommermärchen, wie wir 2006 erlebt haben, war es nicht. Meiner Meinung nach wird es auch extrem schwer, diesen Titel einem Turnier erneut zu verleihen. Die Organisatoren haben vergeblich versucht, mit diesem Begriff die Begeisterung von damals zurück zu holen.

Damals war ja aber auch ganz Deutschland im totalen WM Fieber:  Die Fan-Meilen im ganzen Land waren überfüllt, die Stimmung unter den internationalen Fans war toll, das Wetter war unglaublich und die deutsche Mannschaft hat (bis zum Halbfinale) super gespielt.

Erinnern wir uns nicht gerne an diese tolle Zeit zurück? Sommer, Sonne, Fußball, Fans, Stimmung, Party, Emotionen. Für alle, die dieses Gefühl noch einmal spüren wollen, hier eine kleine Erinnerung an 2006 mit ganz viel Gänsehautfaktor:

JavaScript ist deaktiviert!
Um diese Inhalte anzuzeigen, benötigen Sie einen JavaScript-fähigen Browser.

p.s. Der absolute Verlierer der WM 2011 war übrigens ICH. Denn ich bin gestern, beim Finale, nach dem 2:1 der USA in der 104. Minute ins Bett gegangen, weil ich mir dachte: „Der Drops ist gelutscht!“ … No comment

 

Teile diesen Artikel

Sie können einen Trackback für diesen Artikel hinterlassen, indem Sie diesen Trackback Link verwenden
Keine Trackbacks